Die Geschichte von Mad-Kyndalanth

Eine ganz knappe Nacherzählung

Es gehen Gerüchte um auf Mad-Kyndalanth (und weit darüber hinaus), dass einst ein Krieger, Ve der Wanderer genannt, mit seinen Gefährten durch die Welt irrte, um das Kreuz der Freiheit zu finden. Die Gruppe verband ein gemeinsames Zeichen: sie trugen alle eine Brosche von sonderbarer Farbe bei sich. Ve führte ein Schwert, das mit den tollsten Phantasienamen geschmückt wird, je nachdem von wem man die Geschichte erzählt bekommt. Manche behaupten, es verleihe Unbesiegbarkeit, andere sprechen von Heilkräften und wieder andere halten alles für Unfug.
Von denen aber, die sich im Geheimen mit der Magie beschäftigen (sonderlicherweise zumeist die Gnome), wird das Schwert mit einem Fürsten der Finsternis in Verbindung gebracht, und jene murmeln nicht nur von einem Schwert, sondern von dreien, die sich im Besitz der Gefährten Ves befunden haben sollen.

Lächerlich übertriebenen Erzählungen zufolge, seien die eine oder andere oder sogar sämtliche dieser mächtigen Waffen gefunden worden. Sie seien im Besitz einer Gruppe zwielichtiger Abenteurer und diese hätten ein Schiff und eine Mannschaft gekauft und seien, angeführt von einem selangorischen Diplomaten, zu einer Irrfahrt in die westliche See aufgebrochen, um das Kreuz der Freiheit zu finden.

Wie von Ve und seinen Gefährten, ist von diesen Abenteurern keine Spur zu finden. Nur der selangorische Diplomat wird gelegentlich in dem einen oder anderen Gasthaus angetroffen und erzählt für eine Runde Schnaps aus seinem Leben und von der Irrfahrt in die Finsternis. Er sei gefährlich sagt man. Der größte Schwertfechter aller Zeiten. Man könne vieles von ihm im bloßen Zusehen lernen, sagen manche. (Er unterrichtet nicht.) Seine Fechtklinge, eine der feinsten Waffen, die je geschmiedet und geführt wurden, trägt er stets an seiner Seite.
Er ist auf einer Suche, sagt er und wer nach seinem Namen fragt, dem antwortet er in diesem eigentümlichen Akzent, der beeinflusst ist durch die vielen verschiedenen Sprachen, die er spricht: Nel.

Jüngst waren Botschaften zu vernehmen, dass das vor langer Zeit mit einem Fluch belegte Reich der Dunkelelfen in den Gebirgen der Dunkellande zurückerobert worden sei. Ein Ausgestoßener sei zurückgekehrt, hätte mit Dämonen gerungen und seine Seele geopfert, um den Fluch des Reiches zu brechen. Andere Berichte sprechen von einer Frau, die versucht, die Dunkelelfen zu vereinen.

Gelegentlich sind die Namen O'Connor und Tyke zu hören, die in Begleitung eines gefährlichen Schattens, dessen Name Gon-Mar geflüstert wird, durch die Lande streiften. Und es wird manchmal hinzugefügt, dass sie die Broschen der Gefährten Ves an ihrer Kleidung tragen.

Im Volk der Gnome erzählt man sich, dass der Gnom-Magier Fassnitz und sein Lehrling Vanita sowohl mit Ve, den Abenteurern um Nel, als auch mit Connor, Tyke und der Dunkelelfin zu tun hatten und wesentlich daran beteiligt waren, einen Dämonenfürsten zu bannen. Allerdings erzählen Gnome viel, wenn die Nacht lang ist.

Das sind alles nur Gerüchte und lose Erzählungen. Wer den Zauberlehrling von Fassnitz nach seiner Sicht der Dinge fragen sollte, wird vermutlich nur diese Antwort erhalten: "Va-ni-ta."