Freitag, Dezember 12, 2014

[RSP-Karneval] Tiere im Rollenspiel

Tiere im Rollenspiel

Tiere im Rollenspiel

1 RSP-Karneval

Dieser Artikel ist Teil des RSP-Karnevals im Dezember 2014 zum Thema Tiere im Rollenspiel. Initiiert wurde der Karneval dieses Mal von Tenebrus und kann im RSP-Forum diskutiert werden. Dort und im Eröffnungsartikel finden sich weitere Beiträge auf anderen Blogs.

2 Die Tierwelt

Wer kennt sie nicht, die fröhlichen Naturfilme, die hier das beschauliche Leben einer jungen Entenfamilie zeigen, wie die Küken schlüpfen, ihr Gefieder putzen, orientierungslos über's Wasser paddeln und tollpatschig ihre kleine Entenwelt erkunden und dort eine Bärenmutter, die ihre liebenswerten Bärenkinder durch Wiesen und Wälder toben lässt, um sie dann an den See zu führen, wo sie die Entenküken zum Frühstück vernaschen?

3 Allgemeine Überlegungen

Neben domestizierten Nutztieren gibt es Haustiere, die als Begleiter und Gefährten wahrgenommen werden sowie in der Wildnis allerlei Getier, das eigenen Lebensrhythmen folgt und selten in Kontakt mit Spielfiguren kommt. Darunter scheue wie gefährliche Wesen und Monster. Eigentlich sollten die Spielfiguren auf ihren Wanderungen viel eher auf unterschiedlichste Tiere als auf Monster treffen, doch typische Begegnungstabellen sehen mehr gefährliche Tiere vor als solche, die für Spielfiguren relativ ungefährlich sind und selbst vorsichtig unterwegs sind. Vielleicht tauchen sie genau deshalb nicht in den Begegnungstabellen auf.

Es ist für die Spielleitung gewinnbringend, sich mittels Tierdokumentationen und Lexikonartikeln einen Überblick über das Leben, Sozial-, Revier- und Jagdverhalten diverser Tiere zu verschaffen. Ein spezielles Rollenspielquellenbuch braucht man sich dafür nicht zu kaufen. Der Weg in die Bibliothek und die Recherche im Internet sind weitaus ergiebiger und günstiger. Sofern die Tierwelt keine besondere Aufmerksamkeit durch die Spielfiguren erfährt, muss sie nicht näher beschrieben oder gar simuliert werden.

4 Wo ist der Hund? Da ist der Hund!

Spielfiguren mit Hunden müssen sich relativ schnell darin üben, den Namen ihrer treuen Begleiter zu rufen - je nach Situation mit mehr Liebe oder Autorität. Andere Spielfiguren üben sich derweil in Geduld, während ihre Kumpanen sich um Hundebelange kümmern (Erst die Kletten aus den Ohren bürsten, dann geht es weiter. Nicht wahr, mein Kleiner?), Umwege legitimieren (Dieser Weg ist aber viel schöööner für den Hund!) und die Rationen neu aufteilen (Ich füttere ihm was? Lembas? Du meinst die Hundekekse?). Für alle, die ihren Hund suchen, gibt es eine Tabelle, die Auskunft über seinen Verbleib gibt.

Table 1: Wo ist der Hund?
W20 Der Hund …
1 liegt im Gebüsch und knabbert Knochen.
2 lief den ganzen Weg zurück, um nochmal in Ruhe zu schnuppern.
3 tobt abseits mit einem anderen Hund.
4 liegt vor dem nächsten Gasthaus (oder Hexenhaus.)
5 läuft voraus und erkundet die Umgebung.
6 läuft voraus und jagt.
7 läuft voraus und badet sich im Dreck.
8 läuft voraus und markiert sein Revier.
9 buddelt.
10 buddelt im Garten anderer Leute (oder Monster.)
11 begegnete einem … (typische Begegnungstabellen verwenden)
12 begegnete einem … und sie verstehen sich prächtig.
13 kümmert sich um ein verlorenen gegangenes Junges (Tier wählen.)
14 bekommt heimlich Leckerlie von anderen Spielfiguren.
15 ist bei den Vorräten und bedient sich selbst.
16 ist bei den Vorräten und wird gefüttert von … (Figur ermitteln.)
17 bringt Stöckchen, Bälle oder anderes Zeug von irgendwoher.
18 folgt einer heißen Spur und wird in ein paar Stunden zurück sein.
19 folgt einer heißen Spur und verirrt sich.
20 ist unterwegs und gründet ein eigenes Rudel.

5 Risus Tiere!

Rollenspieler stellen sich häufig verschiedene Szenarien vor und überlegen im Gedankenexperiment, wie sie sich entwickeln könnten. Hier ein paar Fragen zu Tieren im Rollenspiel:

  • Was würde wohl passieren, verließen die Haustiere ihre Heime und beginnten wieder eine soziales Leben unter ihresgleichen zu gestalten?
  • Wie erleben die Tiere des Waldes die Zombie-Apokalypse?
  • Nach welchen Kriterien wählen Tiere ihre menschlichen Begleiter?
  • Wie erlebt eine Gruppe Tiere ein Dungeon? Wie gelangen sie hinein, wie hinaus und was wollen sie dort eigentlich? (Man betrachtet die normalen Spielfiguren einfach als henchmen. Das trifft es besonders, wenn man Katzen spielt.)

Und da sich das Rollenspiel wunderbar zum Ausprobieren und Durchspielen eines solchen Gedankenexperiments eignet, braucht man nur ein passendes Regelsystem und kann mit wenig Vorbereitung schon starten. Und nichts ist leichter, als eine solche Idee mit Risus umzusetzen. Eingeweihten ist die Erweiterungsregel Sidekicks and Shield-Mates aus dem Risus Companion bekannt. Sie kann für reguläre Abenteuer mit typischen Spielfiguren verwendet werden. Wenn die Spielfiguren aber Tiere sein sollen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.

Tierische Klischees Die einfachste Variante ist die, normale Charaktergenerierung für Tiere zu verwenden. Wahrscheinlich kommen die Spieler dann auf sehr seltsame Tierklischees, aber wer wollte es ihnen verbieten? Immerhin spielen sie ja Risus! Hier sind ein paar Beispielklischees:

Pflegehund
Ausgesetzt, verraten und getreten. Ein Kämpfertyp und Überlebenskünstler mit einem Herz aus Gold und einer feuchten Nase.
Couchtiger
Verschmust, verfressen, von allen geliebt.
Piefke
Ausgebildeter Polizeihund, kennt alle Wege und Schliche. Brav, gehorsam und verfressen. Im Dienst, entlassen oder abgehauen.
Wachhund
Bemerkt alles. Schlägt an, wenn ihm etwas unheimlich vorkommt. Manchmal auch, um auf sich aufmerksam zu machen.

6 Treue Begleiter

Treue Begleiter von Spielfiguren können mit Risusklischees beschrieben werden. Die Haustiere und -monster brauchen einen Namen und werden anschließend über ein Tierklischee beschrieben. Anders als Sidekicks and Shield-Mates gehören die Begleiter aber nicht zu einem Klischee der Spielfiguren. Die Spielleiterin wird möglicherweise bis zu 6 Klischeewürfel erlauben, die frei verteilt werden dürfen.

Beispielfiguren

Pellkartoffel
Seetüchtiger Golden Retriever (3) Liebenswürdiger Streitschlichter (2) Aufmerksamer Wachhund (1)
Rohse
Eingebildete sprechende Katze des Großmagiers Verbrinn (4)
Keksdose
Verpeilter Roboterbeagle (3) Kuriositätensammler (2)
Ralf
OMG!-Ist-der-süüüüß!-Knuddelhamster (6)
Möhre
Abgerichtete mylenische Drachenechse (3) Trüffelfinderin (2) Dressurechse (1)

Date: Dezember 2014

Author: Alexander-Lars Dallmann

Created: 2014-12-12 Fr 12:05

Emacs 24.3.1 (Org mode 8.2.10)

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