Dienstag, Oktober 08, 2013

Entschleunigung und die Erzählte Welt

Neulich verwendete jemand den Begriff Entschleunigung. Der fiel mir gerade wieder im Zusammenhang mit meiner Rollenspielrunde ein. Die gelegentlichen Treffen und die damit verbundenen langen cliffhanger von einem Spielabend zum nächsten sind entschleunigend. Die Erzählung trägt sich sanft wie ein Roman, kapitelweise über das Jahr verteilt gelesen. Und jedes Mal wieder taucht man angenehm in die erzählte Welt ein, wann immer das Buch zur Hand genommen wird.

In der Zeit zwischen den Spielen werden die mit den Spielfiguren besuchten Orte und erlebten Ereignisse erinnert, reflektiert; Fragen werden gestellt "Wer hat das Markierungszeichen an die Weggabelung gelegt? Und was sollte es bedeuten?" - "Der Einsiedler des kleinen Tales, kann der den Spielfiguren weiterhelfen? Wird er sich von dem Schrecken erholen, den die Elfenmagierin ihm eingejagt hat?" - "Was hat es mit diesem seltsamen Mann auf sich, dem Turmbewohner, der Gerüchten zufolge ein Orkanführer sei und dessen Kopf auf Kupfermünzen geprägt wurde?"
Es ist ein wenig wie das Warten auf die nächste Folge einer Serie, die nur alle zwei oder drei Wochen im Fernsehen ausgestrahlt wird. Sie wirkt erstaunlich lang, obwohl sie vielleicht nur drei oder vier Teile hat. Und zwischendurch erlebt man noch andere Dinge - und das ist kaum möglich, wenn man sich eine komplette Staffel einer Serie auf DVD an einem Tag anschaut.

1 Kommentar:

Melanèe hat gesagt…

Deine Vergleiche treffen voll und ganz zu! Dadurch, dass man die Spiel-Welt wie ein Buch "liest" erinnert man sich ganz präsent an die Ereignisse, auch wenn die letzte Spiel-Runde schon mehrere Wochen zurück liegt :)