Sonntag, Februar 24, 2013

DSA als Einsteigersystem

Bei Ace of Dice gibt es einen lesenswerten Artikel zur derzeitigen Diskussion um die Ulisses-Umfrage zu DSA (Das Schwarze Auge). Dort sind weitere Artikel verlinkt. Das Lesen lohnt sich, für Leute, die an DSA und dem Diskurs interessiert sind.

Mir kam der Gedanke, mögliche Parallelen und Unterschiede zwischen DSA und D&D-Spielern aufzuzeigen. Das wäre ein spannender Versuch, ich bleibe allerdings bei einem fragmentarischem Gedankenspiel und schreibe über etwas anderes.

DSA war für mich das Einstiegsspiel in die fantastische Welt des Fantasyrollenspiels. In der Box, die Helden des Schwarzen Auges waren die Grundregeln (also DSA1) sowie erweiterte Regeln (mit Talenten und den bekannten 3W20-Proben) vorhanden. Damit ließ sich eine Menge anstellen. Erweiterungsboxen mit Hintergrundmaterial über die Welt Aventurien, Kreaturen, Zauberei usw. gab es ebenfalls. Die kaufte ich mir in Sammlerlaune und weil ich mir erträumte, damit irgendwas Tolles anstellen zu können. Gebraucht habe ich sie nie. Es war lediglich Schmökerlektüre.
Mittlerweile ist das Verlagsangebot an DSA-Büchern enorm angewachsen. Ein Vergleich mit der Produktpalette von TSR zu Hochzeiten scheint mir nicht fehl am Platze.
Braucht man das alles? Nö. Denn es gibt nach wie vor ein Grundregelwerk. Und hier schließt sich meine Frage an, die ich allein für wesentlich an DSA-Betrachtung halte: Eignet sich DSA für Einsteiger? Und wie kann ihnen der Einstieg leicht und günstig gemacht werden? Das sind zwei Fragen.

DSA als Einsteigersystem

Das Schwarze Auge - Basisregelwerk ist für 30 Euro im Handel erhältlich. Wer sich das Computerspiel Drakensang 1 oder 2 kauft, das für um die 10 Euro erhältlich ist, findet auf der DVD eine PDF-Version des Basisregelwerks und kann sich beim Computerspielen mit dem Regelsystem (z.B. der Talentsteigerung) und Teilen Aventuriens vertraut machen. Drakensang ist unterhaltsam, wenngleich ich mir wesentlich mehr Möglichkeiten zur Erkundung der Spielwelt und weniger blödes Kistentrümmern erwünscht habe. Die Musik ist stimmungsvoll, die Grafik ansprechend und das Spiel ist balanced: d.h., man kann mit jeder beliebigen Hauptfigur (Kämpfer, Zauberer, Elfe usw.) spielen und die Fertigkeiten der anderen Figuren nutzen, um die Gruppe zu ergänzen. Auch das ist für Einsteiger hilfreich, die Kooperation in der Gruppe zu erlernen.

Das Buch

Das Basis-Regelwerk umfasst knapp 300 Seiten mit einer ausführlichen Einführung in das Rollenspiel im Allgemeinen sowie Besonderheiten für das Spiel mit dem Schwarzen Auge und auf der Spielwelt Aventurien. Das Kampf- und Talentsystem werden ausführlich erläutert, dazu gibt es Regeln für die Magie auf Aventurien und allerlei Hintergrundinformationen über die Spielwelt.

Dass die Archetypen nicht so generisch gehalten sind, wie in anderen Systemen ist nicht hinderlich, und weist nur darauf hin, dass man mit dem System DSA vor allem eine Spielwelt, nämlich Aventurien bespielt.

Andere Regelwerke bieten ebenfalls Hintergrundinformation für Spielwelten und bieten damit einen leichten Einstieg. Irgendwo müssen die Spielerfiguren sein und Abenteuer suchen! Also, warum nicht Aventurien.

Für Einsteiger spielt das detaillierte Aventurien, das langjährige DSA-Spieler (oder diejenigen, denen sie davon erzählen) kennen, keine große Rolle. Sie werden zunächst ihr eigenes Aventurien erfahren und können sich aus den Geschicken der Fürsten, Halunken und Zwergenkönige heraushalten und auf die genaue Geschichtsschreibung pfeifen.

Vorteile von DSA als Einstiegssystem

  • Es ist auf Deutsch und daher für viele verständlicher als das weitgehend auf Englisch verfasste Material anderer Systeme.
  • Die Regeln sind okay.
  • Es gibt eine große Spielergemeinschaft und entsprechend Unterstützung bei Fragen.
  • Für DSA gibt es viel Spielmaterial auf dem Gebrauchtmarkt. Das ist ein wesentlicher Vorteil für Einsteiger, weil sie Erweiterungsmaterial und Abenteuer nicht unbedingt neu kaufen müssen.
  • Die Spielwelt wird weiter entwickelt. Neue Kontinente werden entdeckt. Es gibt Romane, die auf Aventurien spielen. Das sind Möglichkeiten, sich mit der Spielwelt vertraut zu machen.
Ich bin selbst kein DSA-Fan und mir fallen genügend Gründe ein, weshalb ich DSA einem Einsteiger nur bedingt empfehlen würde, z.B. wenn jemand sich mehr für Science-Fiction interessierte ... Aber ich meine, dass DSA durchaus als 
Einsteigersystem taugt. Und was die 3W20-Proben betrifft: Andere Systeme haben ebenfalls teilweise langatmige und sowieso unrealistische Regeln. Es ist ein Spiel. Schach finde ich ziemlich viel blöder. Da wünschte ich mir manchmal, ich dürfte einen Thorwaler spielen.

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