Montag, Dezember 24, 2012

Frohe Weihnachten ... doch noch.


Es trat ein, was zu erwarten war. Am 21.12.2012 ging die Welt nicht unter. Ob stattdessen irgendwelche anderen weltbewegenden Ereignisse stattgefunden haben, bleibt abzuwarten. Die Boulevardnachrichten beliebter Mail-Anbieter wiesen lediglich, wie an jedem anderen Tage auch, darauf hin, dass die eine oder andere Prominente aus den USA knapp bekleidet in der Öffentlichkeit gesehen wurde oder eine Modesünde beging.

Um bei 2012 zu bleiben. Als Rollenspieler begegnete ich der Maya-Geschichte zuerst bei dem Cyberpunk-Rollenspiel Shadowrun. Die seltsame Deutung des Maya-Kalenders wird darin zur Setting-Beschreibung einer fiktiven alternativen Erdgeschichte verwendet. Mit dem 21.12.2012 endet darin allerdings nicht die Welt, sondern eine Veränderung tritt ein: die Welt erwacht. Die Magie kehrt zurück und mit ihr entsteht ein seltsamer Mix aus dem jüngsten Science-Fiction Genre (Cyberpunk) und Zwerg-Ork-Elfen-Fantasy.

Mir gefiel diese Mischung zuerst nicht und der Maya-Kalender interessierte mich ebensowenig. Ich finde es allerdings interessant, dass dieses 2012-Mem seit zwanzig Jahren in der Rollenspielszene relativ nebensächlich existierte und sich dann allmählich als Mainstream etablierte. Sicherlich begünstigt durch Propagierung aus ganz anderen Bereichen als die des Hobbys Rollenspiel. Da wurden dann Bücher geschrieben, Filme gedreht, Vorträge gehalten, Blogartikel geschrieben, Forendiskussionen geführt usw.

Jedenfalls ist jetzt endlich raus, dass es sich bei dem 2012-Mem um - wie sollte es anders sein - eine geschickt angelegte Werbekampagne eines kleinen Rollenspielanbieters handelt. Seit zwanzig Jahren wird nicht nur die sechste Welt, sondern ebenfalls die fünfte Edition vorbereitet. Es folgt 2013 - das Jahr von Shadowrun. Und selbstverständlich wird alles nicht nur neuer, sondern besser und vieles einfacher, schneller und effizienter.

Welches Untergangsdatum wird als nächstes herausgekramt? Welche alte Prophezeiung entdeckt oder welche neue ausgesprochen? Wer erwirbt die Filmrechte dazu und wer macht das Videospiel?

Solange das die wesentlichen Fragen zum Weltuntergang bleiben, kann man sich getrost mit wichtigeren Dingen beschäftigen. Gemeinsam kochen und ein Spiel spielen, scheint mir sinnvoll.

Gute Erholung!

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